Über Verletzlichkeit vor der Kamera, Engelchöre für vergangene Tode und die Erkenntnis, dass niemand allein stirbt
Ich wollte ein Q&A-Video aufnehmen — und rutschte ungeplant in eine persönliche Heilungssession vor der Kamera. In diesem Blog teile ich was passierte, als Engelchöre für vergangene Tode sangen und mich etwas lehrten, das ich in 20 Jahren Bewusstseinsarbeit so nie erlebt hatte. Die Erkenntnis: Heilung kommt genau dann, wenn du aufhörst sie zu kontrollieren — auch wenn du selbst die Heilerin bist.
Was passierte
Ich schäme mich manchmal, wenn ich vor der Kamera weine. Das sage ich nicht als Einleitung. Das sage ich, weil es das erste war, was ich fühlte, als die Session unbeabsichtigt begann. Kamera läuft. Fragen kommen. Und dann — bevor ich auch nur eine einzige davon beantwortet hatte — stand eine Entität hinter mir und zeigte mir Bilder. Nicht von anderen. Von mir. Vergangene Todeserfahrungen. Inkarnationen. Momente, in denen ich gestorben war in dem Glauben: Ich bin allein. Das Q&A kam nicht mehr.
Ich habe in meiner Arbeit gelernt, dass höheres Bewusstsein niedrigeres wahrnehmen kann — nicht umgekehrt. Das bedeutet: wenn etwas aus einer höheren Schicht der Existenz zu mir kommt, dann kommt es mit einer Klarheit, die ich nicht herbeizwingen kann. Ich kann sie einladen. Ich kann den Raum vorbereiten. Aber das Timing bestimme ich nicht. An diesem Tag bestimmte ich gar nichts. Die Entität zeigte mir Inkarnationen, die einsam gestorben waren — in dem Glauben, dass niemand bei ihnen war. Und dann, bevor ich verstehen konnte wohin das führt, begannen die Engelchöre.
Die Engelchöre und der Inkarnations-String
Die Engelchöre setzten ein und zogen meine gesamte Aufmerksamkeit zu sich — so vollständig, dass alles andere aus dem Fokus fiel und ich ihnen wirklich zuhören konnte. Nicht halbherzig. Nicht mit einem Teil meines Bewusstseins noch beim Video. Vollständig. In 20 Jahren Mysterienschule hatte ich viel erlebt — Arbeit mit Schutzengeln, mit dem Spiritual Support Team, mit den Circles of Light. Aber diesen Gesang — so hatte ich ihn noch nie gehört. Nicht weil er neu war. Sondern weil ich zum ersten Mal auf diese Weise zuhörte. Sie sangen für vergangene Inkarnationen. Für alle, die allein gestorben zu sein glaubten. Die Botschaft war schlicht: Du bist nicht allein. Du warst nie allein. Auch nicht im Sterben. Was dann folgte konnte ich wahrnehmen, weil ich seit Jahren mit einem Tool der Angels of High Magic arbeite — dem Inkarnations-String. Dieses Tool, das in seiner Struktur einem DNA-Strang ähnelt, macht vergangene Inkarnationen lesbar und bearbeitbar. Jeder Knotenpunkt auf dem String stellt entweder einen Geburtsmoment oder einen Sterbemoment dar. Ich bin trainiert darin diesen String zu lesen, zu halten, darin zu arbeiten. Und genau das ermöglichte mir wahrzunehmen, was die Engelchöre berührten: die subtilen ätherischen Körper aller vergangenen Inkarnationen — durch Raum und Zeit. Ich weinte. Und mitten in den Tränen stieg die Scham auf. Dann liess ich die Scham los. Weil sie hier keinen Platz hatte.
Warum die Heilerin selbst Heilung braucht
Ich bin jemand der andere begleitet. Retreats, Heal & Dine, Einzelarbeit. Menschen kommen zu mir wenn sie nicht mehr weiter wissen, wenn etwas losgelassen werden muss, wenn der Körper sagt: bis hierher und nicht weiter. Ich halte den Raum. Das ist meine Arbeit. Was ich nicht immer tue: den Raum für mich selbst halten. Das ist kein Geständnis. Das ist einfach ehrlich. Wer anderen Halt gibt, braucht manchmal selbst jemanden der sagt: ich bin da. Und dieser Jemand ist nicht immer physisch anwesend. An diesem Tag waren es Engelchöre. Mein Spiritual Support Team. Unsichtbar für die Kamera — doch im Raum.
Was viele nicht sehen: ein Heiler der wirklich arbeitet, braucht Menschen um sich herum, die ihn tragen. Nicht im übertragenen Sinn — konkret. In meinem Leben war das immer so. Manchmal waren es temporäre Partner, die für eine Phase genau das hielten was ich brauchte. Momentan ist es unter anderem meine Akkupressurtherapeutin. Was bei ihr passiert geht weit über Akkupressur hinaus. Wir sind zusammen fähig einen Raum zu halten — ein echtes Team — in dem Heilungsschritte möglich werden, die ich allein nicht machen könnte. Nicht weil ich zu schwach wäre, sondern weil manche Schichten der Existenz Zeugenschaft brauchen. Jemanden der weiss was er sieht wenn etwas sich löst. Das ist keine Abhängigkeit. Das ist strukturelle Intelligenz. Über die verschiedenen Formen dieser Begleitung und was ich dabei gelernt habe werde ich in einem eigenen Blog schreiben. Denn das Thema trägt mehr als einen Absatz.
Warum ich es trotzdem veröffentliche
Mein Partner schlug vor, nur meine Stimme zu veröffentlichen. Entspannende Bilder eines Wasserfalls dazu, die Session im Hintergrund. Ich verstand warum er das vorschlug. Es wäre geschützter. Weniger exponiert. Doch wenn „Allein sein, obwohl ich nicht allein bin" das Thema dieser Session ist — dann kann ich mich nicht verstecken. Dann muss ich sichtbar sein. Ich kann nicht über angewandtes Bewusstsein sprechen und gleichzeitig die unbequeme Anwendung davon aus dem Bild schneiden. Das wäre das Wasserfall-Video. Schön. Entspannt. Und nicht wahr. Was mich wirklich triggert zu wachsen ist genau das: Sichtbarkeit dort, wo Sichtbarkeit schmerzt. Verletzlichkeit vor der Kamera ist nicht mein Schwachpunkt — es ist das, was echte Verbindung erzeugt.
Was das mit dir zu tun hat
Du musst keine Heilerin sein damit das, was ich hier beschreibe, relevant ist. Jeder Mensch der anderen Halt gibt — als Elternteil, als Freund, als Kollegin, als Führungsperson — kennt diesen Moment. Den Moment, in dem du für alle da warst und dann nachts allein daliegst und dich fragst: wer ist eigentlich für mich da? Vielleicht ist die ehrliche Antwort manchmal: niemand. Ich sage nicht, dass das falsch ist. Ich sage, dass es eine Einladung ist nachzuschauen. Wer war da, als ich es wirklich brauchte? Und wenn die Antwort leer bleibt — was wäre, wenn das nicht stimmt? Die Engelchöre sangen nicht für eine spirituelle Überzeugung. Sie sangen für eine Realität, die ich in jenem Moment nicht sehen konnte: dass Begleitung nicht immer die Form hat die wir erwarten. Manchmal ist sie eine Entität die Bilder zeigt. Manchmal ein Freund der einfach nicht auflegt. Manchmal eine Therapeutin die weiss was sie sieht wenn sich etwas löst. Manchmal ein Wasserfall — ja, auch der. Die Form ist nicht entscheidend. Die Präsenz ist es.
Integration ist alles
In der Arbeit mit Applied Awareness gibt es einen Grundsatz der mich durch 20 Jahre begleitet hat: Integration ist alles. Einsichten ohne Integration verpuffen. Du kannst die tiefste Erfahrung machen, die bewegendste Session — wenn du sie nicht in deinen Alltag bringst, ist sie am nächsten Morgen eine nette Geschichte. An dem Tag vor der Kamera hätte ich die Session abbrechen können. Hätte sagen können: das ist privat, das gehört nicht hier her. Ich habe es nicht getan. Nicht weil ich mutig war. Sondern weil etwas in mir wusste, dass dieser Moment — so roh und ungeschnitten wie er war — mehr wert ist als jede sauber produzierte Antwort auf eine vorbereitete Frage. Das graue Buch das ich diesen Sommer schreibe — Wenn Farben schweigen — wird davon handeln. Von allem was ich nicht sehen wollte. Von allem was mein Körper gespeichert hat. Von Fehlgeburten, von Verlust, von den Schichten die sich ablagern wenn man Jahrzehnte funktioniert ohne wirklich hinzuschauen. Man muss die Schattenseite verarbeiten. Nicht irgendwann. Jetzt. Weil sie sonst das Fundament schwächt auf dem alles andere stehen soll. Die Heilerin braucht Heilung. Das ist keine Schwäche. Das ist Bedingung.
Für wen warst du schon oft da — und wer war da, als du es brauchtest? Und wenn die Antwort schweigt: was wäre, wenn die Engelchöre schon längst singen — und du hast sie noch nicht gehört?
Denke daran; wenn ich es kann, kannst du es auch.
Hellen Tiethoff ist Gründerin von Space of Light und der School for Applied Awareness in Oberhofen am Thunersee. Self-Publisherin, Retreat-Leiterin, Medium und YouTube-Creatorin. hellentiethoff.ch
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